
Das Lied (Text: Ф. Чернов) entstand irgendwann vor oder während der Revolution und war später in den russischen Emigrantenkreisen sehr beliebt.
Herunterladen kann man es (zur Gitarre gesungen) von der Seite http://music.lib.ru/a/andrej_kry/alb10.shtml (es gibt da noch jede Menge andere Sachen; man muß etwas suchen)
Die für meinen Geschmack geglückteste Interpretation hat der Donkosakenchor (S. Jaroff) geliefert; bloß kann ich die nirgends mehr finden. Sollte zufällig jemand wissen, wo man eine Aufzeichnung herunterladend oder käuflich erwerben kann, wäre ich dankbar um einen Hinweis
Unter http://www.svoboda.org/programs/OTB/1998/OBT.02.asp kann man bei Radio Svoboda die Aufzeichnung einer Sendung zur Geschichte dieses Liedes herunterladen; ganz in Russisch, mit Aufzeichnungen der verschiedensten Interpretationen von den verschiedensten Interpreten.
Bei Youtube findet man das Lied unter dieser Adresse
Kommentierte wortwörtliche Übersetzung des Textes wieauch obiger Kommentar stammt von Raymond Zoller vondorten@gmx.net.
.
|
Замело тебя снегом, Россия. Запуржило[1] седою пургой И печальные ветры степные Панихиды поют над тобой. |
Es hat zugeweht dich mit Schnee, Rußland Hat überzogen mit grauem Schneesturm Und die traurigen Steppenwinde Totenmessen singen über dir. |
|
|
|
|
Ни пути, ни следа по равнинам, По равнинам безбрежных снегов[2] Не добраться[3] к родимым святыням, Не услышать родных голосов. |
Weder Weg noch Spur in den Ebenen In dem Ebenen des uferlosen Schnees Man kann nicht gelangen zu heimatlichen Heiligtümern Kann nicht hören vertraute Stimmen |
|
|
|
|
Замела[4], замела, завалила Всё родное святое пурга И слепая жестокая сила, И как смерть неживые снега. |
Es hat zugeweht, zugeweht, zugeschüttet Alles vertraute, heilige der Schneesturm Und die blinde grausame Macht Und der wie der Tod leblose Schnee |
Замело тебя снегом, Россия
Замело тебя снегом, Россия.
Запуржило седою пургой
И печальные ветры степные
Панихиды поют над тобой.
Ни пути, ни следа по равнинам,
По равнинам безбрежных снегов
Не добраться к родимым святыням,
Не услышать родных голосов.
Замела, замела, завалила
Всё родное святое пурга
И слепая жестокая сила,
И как смерть неживые снега.
[1] Запружить – (vermutlich in keinem Wörterbuch zu findendes) vom Substantiv пурга (Schneesturm) abgeleitetes Verb: mit Schneesturm überziehen.
[2] Bei über weite Flächen verteilten großen Mengen an Schnee gebraucht man снег (Schnee) mitunter in der Mehrzahl.
[3] Не добраться (und in der foldenden Zeile: не услышать): Die Unmöglichkeit wird im Russischen mitunter durch ein verneintes Verb ausgedrückt. Wird noch extra erwähnt, für wen oder für was etwas nicht zu bewerkstelligen ist, so steht dieses „potentielle Subjekt“ (nennen wir es der Einfachheit halber mal so) im Dativ: Мне не добраться – ich komm da nicht hin. – Этой машине не доехать до цели; развалится – Dieses Auto schafft es nicht bis zum Ziel; es bricht vorher auseinander.
[4] Замела: weibliche Vergangenheitsendung, weil als Subjekt das weibliche «пурга» fungiert. – In der ersten Zeile des Gedichts trägt «замело» die sächliche Vergangenheitsendung, weil das Subjekt ein unpersönliches „Es“, „Etwas“ ist, welches im Russischen unausgesprochen im Hintergrund verbleibt. Замело тебя снегом – Es hat dich zugeweht mit Schnee. – Замела тебя пурга – Der Schneesturm hat dich zugeweht.
______________________